Medienpädagogische Fachtagung

28 Teilnehmer/innen nahmen am 11.07.2017 im Gäste- und Tagungshaus St. Pirmin in Niederalteich an der Medienpädagogischen Fachtagung der Medienfachberatung zum Thema „Big Data – zwischen Kontrollverlust und Souveränität in der digitalen Welt“ teil.

Ziel der Veranstaltung war es, einen Zugang zu dem komplexen Thema „Big Data“ zu verschaffen, die Relevanz und Herausforderungen für die Jugendarbeit aufzuzeigen und zu diskutieren, sowie geeignete Methoden für die medienpädagogische Arbeit mitzugeben. Während der Tagung gab es für die Teilnehmenden zudem viele Möglichkeiten für kollegialen Austausch.  

„Aber dann denkt das Internet doch, ich bin krank!“ - Die Tagung wurde durch einen Videoclip eröffnet, in welchem das „besorgte Engelchen“ und der „medienaffine Teufel“ angeregt darüber diskutieren, welche negativen und positiven Auswirkungen „Big Data“ auf ihr Leben hat und damit erste Denkanstöße zum Thema bieten. Konzipiert und umgesetzt wurde das Video von Elisabeth Lindinger, Praktikantin bei der Medienfachberatung. Es ist in einer allgemeinen Version verfügbar, so dass es auch über die Fachtagung hinaus für die Mitarbeiter/innen aus der Jugendarbeit verwendet werden kann, um bei eigenen Projekten in das Thema einzusteigen.

Im Anschluss führte Nicole Rauch, Medienfachberaterin des Bezirksjugendring Niederbayern, in die Thematik ein: „Big Data, was ist das eigentlich?“. Sie schaffte grundlegendes Verständnis für das Themengebiet und visualisierte dabei anhand verschiedener Beispiele, um welch große Datenmengen es geht, woher sie kommen und wie aus diesen Daten Informationen gewonnen werden können.

Danach referierte Niels Brüggen, Leiter der Abteilung Forschung des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, zum Thema „Big Data und die Herausforderungen für die Jugendarbeit“. In seinem Vortrag zeigte er, dass es vor allem wichtig ist, neben kritischem Medienhandeln auf individueller Ebene auch die gesellschaftliche und politische Ebene mit in die Diskussion einzubeziehen und in die Pflicht zu nehmen.

Sonja Di Vetta von SIN - Studio im Netz e.V. aus München stellte verschiedene geeignete Projekte und Apps vor, mit denen das Thema „Big Data“ mit Kindern und Jugendlichen spielerisch bearbeitet werden kann. Die Teilnehmer/innen konnten dabei zum Beispiel die QR-Code-Rallye „Datenschutz – dein Ding!“ selbst ausprobieren und bekamen Einblick in verschiedene Projektabläufe und die dabei verwendeten Methoden.

Nach der Mittagspause lernten die Teilnehmer/innen das Stationenspiel „Big Up 4 Big Data“ kennen, das ohne erhobenen Zeigefinger ein Bewusstsein für den Wert und den Schutz persönlicher Daten schaffen soll. Katharina Gmeinwieser, Medienfachberaterin aus Schwaben und Erfinderin des Spiels, bot den Teilnehmer/innen einerseits die Möglichkeit, einzelne Stationen kennenzulernen und selbst auszuprobieren, andererseits erklärte sie auf der Metaebene, wie das Spiel in der Praxis mit Kindern und Jugendlichen gedacht ist, wie die bisherigen Erfahrungen sind und worauf die einzelnen Stationen abzielen.

Anschließend stellten Lisa Krammel und Lars Tebelmann den Verein Digitalcourage vor, für den sie sich in München engagieren. Sie zeigten aus technischer Sicht, wie die Webseiten untereinander Daten austauschen, und was für den/die Nutzer/in unbemerkt im Hintergrund abläuft, während im Netz gesurft wird. Danach machten sie Schritt für Schritt vor, wie die Teilnehmer/innen ihren eigenen Rechner mit einfachen Programmen sicherer machen können, um in Zukunft die Preisgabe von Daten im Netz besser kontrollieren und beschränken zu können.

 

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